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Ernie verliess mit 18 Jahren
seine ungarische Heimat, und verbrachte zunächst mit seiner Famile zwei Jahre in
Oesterreich, bevor er nach Sydney in Australien auswanderte. Als Kind, das in
einem Land ohne Meeresküste aufwuchs, unter einem kommunistischen Regime, hätte
Ernie es sich nie träumen lassen, das Meer einmal zu sehen. Aber das Schicksal
wollte es, dass er heute an Sydney's nördlicher Küste wohnt, dass er regelmässig
Europa und Nordamerika besuchen kann, und er seine Inspiration von den
herrlichen Landschaften, die er zu sehen bekommt, bezieht.
Seine
Erfahrung als Architekt hilft Ernie beim Malen, und seine Werke verraten seine
Liebe zur Natur in einmaliger Weise. Mit frohen Farben und Mustern entstehen
Werke, die Optimismus inspirieren, die die Lebensfreude der freien Natur
widerspiegeln, und dem Betrachter eine sinnvolle Erfahrung vermitteln.
"Ich werde von Farben angeregt" sagt Ernie. "Ich mag helle, optimistische
Farben, die uns Lebensfreude schenken."
Ernie sieht die Farbe sowohl als emotionelles als
auch visuelles Mittel, und er wählt jeweils Farbgebungen aus, die seinen
Gefühlen gegenüber dem zu repräsentierenden Objekt entsprechen.
Punkte und Linien formen
einen wichtigen Teil seiner Bilder, und er meint, sie seien Grundelemente
visueller Ausdrucksform allgemein. "Punkte erlauben es mir, verschiedene Farben
aneinander zu setzen, die sich dann beim Betrachten ineinander zu einer neuen
Farbe vermischen"
Ernie wird von verschiedenen Künstlern inspiriert. Er bewundert vor allem: Van Gogh's
Kunst, mit intensiven Farben Gefühle hervor zu rufen; Paul Klee's Einsicht in
unser innere Seele; Kandinsky's Ueberschwenglichkeit und Sinn für Komposition;
und Picasso's unerschöpflicher Erfindungsgeist. |
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Unter
den australischen Künstlern bewundert er vor allem: John Olsen's verspielte und
einfallsreiche Ausdrucksformen; Sydney Nolan's Direktheit; Fred Williams'
Fähigkeit, durch Abstraktion zum Essentiellen einer Landschaft zu kommen; und -
last but not least - Emily Kngwarreye, die von den Ureinwohnern Australiens
abstammt. Sie meistert Farbe, Struktur und den Bezug zu ihrem Land.
Ernie liebt die Reinheit und
Intensität der abstrakten Malerei. "Ich verstehe Abstraktion als Prozess, um
die essentiellen Elemente einer Landschaft zu distillieren, so zum Beispiel die
Farben, den Rhytmus, und das Gefühl, das man beim Betrachten einer Landschaft
hat." Ernie meint, beim Abstrahieren reduziert man unwichtiges Detail und
konzentriert sich auf die wichtigsten Merkmals einer Landschaft. "Ich versuche,
hinter das Offensichtliche zu sehen, hinter den Berg, den Sonnenschein, den
Weinberg, die Weinstöcke, die Reben, den Wein, um das Essentielle, Geistige, zu
finden".
Ernie glaubt, dass dieser
Ausleseprozess für Objekte aus der natürlichen Umgebung besonders gültig ist.
"Wilde Natur ist schon definitionsgemäss ungezähmt und überweltigend. Man kann
sie eigentlich erst verstehen, wenn man sie vereinfacht und auf das Wichtige
reduziert." Nach Ernie ist dieser Reduktionsprozess schwerer als man annimmt,
und viele kommen damit nicht zurecht. "Gute Abstraktion springt über das
Offensichtliche hinaus und zeigt die Information sehr direkt. Schlechte
Abstraktion ist zu gewollt und wird daher leicht zum cliché".
Ernie
hat seine grösste Freude, wenn Betrachter seine Werke nicht nur attraktiv finden,
sondern sie auch den Eindruck haben, dass die Bilder ihnen etwas zu sagen haben. |